Forschen mit Bürgerbeteiligung: Wir brauchen Ihre Erinnerung!
Wir suchen das verborgene Wissen und die persönlichen Erinnerungen zu den ehemaligen Industriebetrieben in Guntramsdorf. Es gilt, Museumsobjekte und Dokumente jeglicher Art sichtbar zu machen und so das materielle und immaterielle Erbe der Industriekultur in Guntramsdorf nachhaltig zu sichern. Im Fokus stehen ehemalige Betriebe wie Druckfabrik, Walzengravieranstalt und Schuhleistenfabrik Ehn. Jede Guntramsdorferin und jeder Guntramsdorfer, also auch Sie persönlich, sind aufgerufen bzw. werden ersucht Nachforschung zu betreiben zu:
- Erzählungen über diese Betriebe zu sammeln
- Zeitzeugen zu finden, die in einem der Betriebe gearbeitet haben, um gemeinsam mit ihnen Erinnerungen an die Zeit im Betrieb festzuhalten.
- Fotos zu suchen, die den Betrieb oder das Arbeitsleben im Betrieb wiedergeben.
- Dokumente jeglicher Art wie z. B. Arbeitszeitkarten, Lehrbriefe, Ehrungen, Zeitungsausschnitte, Fotos, etc. zu suchen.
Als Ansprechpartner, um einen „Fund“ oder eine Geschichte bekanntzugeben, fungieren die Mitarbeiter des Heimatmuseums und der Walzengravieranstalt persönlich, telefonisch oder per eMail.
Kontakt Museum Walzengravieranstalt:
e-mail: museum@walzengravieranstalt.at



Zum Projekt im Allgemeinen:
Niederösterreich gilt allgemein als Agrarland, doch war und ist es auch ein Ort der Industrie – gerade am Land. Doch dieser Aspekt ist in der Geschichte Niederösterreichs bisher noch wenig beachtet.
Ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel „Industrie im Dorf“ soll das industriekulturelle Erbe ländlicher Gemeinden sichtbar machen und gemeinsam mit Bürger_innen erforschen. Getragen wird „Industrie im Dorf – Neue Zugänge zum ruralen Industrieerbe in Niederösterreich durch Citizen Science“, so der volle Name des Projekts, vom Department für Kunst- und Kulturwissenschaften, Zentrum für Kulturen und Technologien des Sammelns.
Bis August 2028 widmet sich das Team um Univ.-Prof.in Dr.in Anja Grebe von der Universität für Weiterbildung Krems und die beteiligten Partner_innen der Frage, welche Spuren industrielle Entwicklung im ländlichen Raum hinterlassen hat und wie diese Spuren für Gegenwart und Zukunft sichtbar gemacht werden können. Als Projektpartner vor Ort wurde je Viertel in Niederösterreich ein Ort ausgewählt. Für das Industrieviertel hat Guntramsdorf die Ehre, an diesem Projekt mitzuarbeiten.
Besonderes Gewicht liegt in diesem Projekt auf dem Citizen-Science-Ansatz: Regional- und Heimatforscher_innen, ehrenamtliche Mitarbeiter_innen in Museen, Zeitzeug_innen und Jugendliche werden aktiv eingebunden. Projektpartner in Guntramsdorf sind das Heimatmuseum Ernst Wurth und das Museum Walzengravieranstalt.
Gefördert wird „Industrie im Dorf“ im Rahmen der FTI-Strategie Niederösterreich 2027, die mit Citizen-Science-Projekten den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärkt und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht.
Wie sind die Museumsmitarbeiter an diesem Projekt beteiligt?
Für die Museumsmitarbeiter heißt das, alle bereits vorhandenen Unterlagen in den beiden Museen zu sichten und aufzuarbeiten. Und natürlich die hoffentlich zahlreichen „Funde“ der Bürger_innen einzuarbeiten. Das alles zusammen wird uns zumindest die nächsten beiden Jahre beschäftigen. Wir freuen uns schon drauf, es wird hoffentlich viel Neues und Interessantes bringen.
Das Team des Heimatmuseums und das Team des Museums Walzengravieranstalt hofft sehr und freut sich auf Ihr Mitwirken!
Autor: Sepp Koppensteiner

